Heilpraktiker seit 1986 - Gerd M. Kniehl - Gerd M. Kniehl
Klassische Homöopathie seit 1986 - Bewährte Lösungsvollzüge durch Systemische Therapie (Familienstellen). Paartherapie
Heilpraktiker, klassische Homöopathie, Psychotherapie, Paartherapie, systemische Therapie, Familienaufstellung, Regensburg
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Herzlich willkommen auf meiner Seite!

Mein Name ist Gerd Michael Kniehl und seit über 30 Jahren arbeite ich als Heilpraktiker, davon 15 Jahre in Regensburg.
Schauen Sie sich gerne um, über Ihre Fragen freue ich mich!

Klassische Homöopathie in Regensburg

Seit 1986 arbeite ich in meiner Praxis mit der Klassischen Homöopathie Samuel Hahnemanns.
Weitere Informationen dazu und zu meiner Vorgehensweise erhalten Sie in den folgenden Abschnitten.

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WAS IST KLASSISCHE HOMÖOPATHIE?

Ein Beispiel: Übermäßiger Kaffeegenuss erzeugt einen nervösen, hyperaktiven Erregungszustand, Überempfindlichkeit der Sinne und Nerven, und damit Schlaflosigkeit, verstärkt Herzklopfen u.a.m. Coffea erzeugt also beim Gesunden ein ganz spezifisches Beschwerdebild, das keine andere Substanz hervorrufen kann.

Die Aufgabe des Klassischen Homöopathen besteht nun darin, zum individuellen Beschwerdebild des Kranken diejenige Substanz zu finden, die bei einem Gesunden die ähnlichste Wirkung hervorruft, in diesem Fall bei Schlaflosigkeit infolge Übererregung und Herzklopfen zumindest Coffea in die nähere Wahl einzubeziehen.

Die Homöopathie richtet sich also nicht gegen einzelne Beschwerden wie die Schulmedizin. Auch unterscheidet sie sich von jener in ihrem Krankheitsverständnis: Sie differenziert zwischen Leiden und den Krankheitssymptomen. Nehmen wir zum Beispiel einen fieberhaften grippalen Infekt. Die Symptome, die diese Beschwerden hervorrufen, sind mit Leiden verbunden, keine Frage.  Der Organismus ist aber bereits dabei, die unerwünschten Erreger und deren Toxine über die Ausscheidung zu beseitigen; dies ist über die Krankheitssymptome erkennbar. Es geht also nicht darum, ein Mittel zu geben, das die notwendigen Ausscheidungsprozesse unterdrückt bzw. hemmt oder das Fieber senkt. Vielmehr geht es darum, den Organismus in seinem Bemühen zu unterstützen, die entstandene Störung der Energiebalance zu überwinden. Und genau das macht Homöopathie.

Die Wirkung kann dabei enorm verstärkt werden, wenn die Substanz nicht im Ausgangszustand verwendet wird, sondern in einer potenzierten Form. Hahnemann und seine Schüler prüften im Selbstversuch knapp 200 „Arzeneystoffe“, die interessanterweise auch heute noch die Basis der Homöopathie bilden.

Im Lauf der Zeit kamen zahlreiche neue Substanzen hinzu: Mittlerweile stehen dem Therapeuten über 3.000 geprüfte Mittel zur Verfügung.

 

Zu meiner Behandlung

In einem ausführlichen Erstgespräch als Heilpraktiker für Homöopathie in Regensburg erfrage ich sämtliche Beschwerden in ihrer Gesamtheit (körperlich-vitales, seelisches und geistiges Empfinden) und wähle daraufhin das nach dem Ähnlichkeitsgesetz passendste Mittel. In den folgenden Sitzungen wird mit dem Patienten der bisherige Heilungsverlauf und das weitere Vorgehen besprochen.

Selbstverständlich veranlasse ich im Zweifelsfall und bei unklaren Situationen (wie z.B. bei Krebsverdacht) eine fachärztliche Untersuchung oder sonstige diagnostische Abklärung.

Als Lektor und Korrektor für homöopathische Literatur (u.a. Narayana-Verlag, dem Hahnemann Institut für homöopathische Dokumentation und dem Müller- und Steinicke-Verlag) kam ich zu einem vertiefteren Verständnis der Homöopathie und konnte mir neben meiner Praxistätigkeit meine  Sachkenntnis der Materia Medica fundiert und solide ausbauen.

Es freut mich, wenn ich Ihr Interesse für die Homöopathie wecken konnte. Wenn Sie mich kontaktieren möchten, dann können Sie mich gerne telefonisch unter (0941) 6021030 erreichen.

Wie schon an anderem Ort mitgeteilt, berechne ich keine Behandlungspauschalen, sondern nur die tatsächlich geleistete Arbeitszeit, was besonders Geringverdienern bzw. Familien zugute kommt.

 

Urheber der klassischen Homöopathie
Der Meister

Vorzüge der Klassischen Homöopathie

  • schnelle und sanfte Heilung bzw. Linderung der Beschwerden
  • keine Resistenzgefahr (im Gegensatz zu Antibiotika)
  • wirksam bei Viruserkrankungen
  • keine Nebenwirkungen
  • Berücksichtigung des gesamten Menschen (mental, psychisch und körperlich)
  • Berücksichtigung des individuellen Menschen innerhalb seines Schicksalfeldes
  • vollkommener Verzicht auf Tierversuche
  • umweltfreundliche Herstellung
  • nicht zuletzt sehr geringe Arzneikosten
zur klassischen Homöopathie
klassische Homöopathie

Psychotherapie

In meiner Regensburger Praxis für Psychotherapie (HPG) biete ich ein umfassendes tiefen- und verhaltenspsychologisches Therapiekonzept an, das in über 20 Jahren gewachsen, gereift und erprobt ist.

Als freischaffender Heilpraktiker habe ich den großen Vorteil, verschiedene Therapieformen einsetzen zu können, unabhängig von den Vorgaben der Krankenkassen.

Bei inneren Krisen (Depressionen, Zwängen u.a.) und äußeren Konflikten (Partnerschaft, Familie, Mobbing im Beruf) suche ich u.a. mithilfe eines speziellen systemischen Ansatzes Klärung und Lösung.

zur Psychotherapie

Systemische Therapie in Regensburg

Die Systemische Therapie wird auch landläufig Familienaufstellung genannt. Diese Behandlungsform geht in ihrer heutigen Form auf Bert Hellinger zurück. Sie gründet auf dem vom österreichischen Arzt Jacob Levy Moreno entwickelten Psychodrama und auf Virginia Satirs Familienskulptur (auch Familienrekonstruktion genannt).
Bei einer Familienaufstellung in der Gruppe wählt der Patient eine oder mehrere Personen, die er stellvertretend für Mitglieder seiner Familie im Raum anordnet. Durch die Wahrnehmung jedes einzelnen Stellvertreters, wie er sich auf seinem Platz und in seinem Verhältnis zu den anderen Stellvertretern fühlt, tritt die spezielle Dynamik innerhalb der Familien- bzw. Gruppengemeinschaft samt ihren Verstrickungen offen zutage.

Familienaufstellung
Nutzen

Das systemische Arbeiten beruht auf der Tatsache, dass kein individueller Organismus für sich allein lebensfähig ist. Der Einzelne ist eingebettet in ein großes Ganzes (gesamte Familie mit Ahnen, Land, gesellschaftlicher Hintergrund etc.), dem er seine Lebens- und Entwicklungsgrundlage verdankt. Im Gegenzug steht er mehr oder weniger in der Verantwortung, seinen Teil zum erfolgreichen Gedeihen des Kollektivs beizutragen (u.a. durch einen bestimmten Beruf, als Elternteil zur Weitergabe des Lebens  – oder durch ein individuelles oder kollektives Schicksal, das ihm widerfährt).

zur SYSTEMISCHEN THERAPIE
Familienaufstellung
Ziel

Ziel ist es, die gesunde Ordnung für das gesamte System zu finden. Das Lösungsbild ergibt sich aus der gegenseitigen Achtung aller Familienmitglieder, wodurch die Energie innerhalb des gesamten Systems frei fließen kann. Im Ergebnis wird man selbst glückliches Mitglied des Systems, innerhalb dem man sich wohlfühlt und Achtung erlebt. Diese gesunde Ordnung gilt es zu verinnerlichen, bis das Lösungsbild innere Realität, „Herzenswahrheit“, geworden ist.

Familienaufstellung
Besonderheiten

Seit über zwanzig Jahren haben sich bei mir Einzelaufstellungen bewährt, die gleichwertig zu Aufstellungen mit der Gruppe sind. Dazu werden die Namen der aufzustellenden Personen jeweils auf ein Blatt Papier notiert und vom Patienten auf die seinem Gefühl nach passenden Plätze gelegt. Dann stellt sich der Patient der Reihe nach auf den Platz der einzelnen aufgestellten Personen und nimmt dabei deren individuelle Situation als eigene Empfindung wahr.

Paartherapie in Regensburg

Der Mensch wird am Du zum Ich
Martin Buber

Die meisten Liebesfilme enden damit, dass das Paar “sich kriegt”. Was wir nicht sehen, ist, wie es im wirklichen Leben danach weitergeht. Da fängt es ja eigentlich erst richtig an!

Wer kennt es nicht: das anfängliche geheimnisvolle Berührtsein, Wahrgenommensein vom andern, das freudige „Betroffensein“, die kribbelnden Schmetterlinge im Bauch – und endlich wieder richtig Lust auf´s Leben!
Auch das kennt man: die allmähliche Entzauberung, fast wie die Vertreibung aus dem Paradies. Irgendwas hat sich unmerklich geändert, es ist dunkler, „schattiger“, ernster, das anfängliche Versprechen ist dünn geworden.

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Spannende Auswege oder: Mist ist Dung!

Enttäuschungen und Konflikte sind in einer Beziehung nicht nur nicht vermeidbar, sie sind Tritt in den Hintern und gleichzeitig Wegweiser für den nächsten Schritt in Richtung Liebeserfüllung.
Gerade sie sind es, die ein größeres Erfüllungs- und Lebendigkeits- und Lust-Potenzial mit sich bringen!
Das Paar ist zur richtigen Zeit an sein eigentliches Beziehungsgeheimnis angelangt, unbewusst sind beide seinem Ruf gefolgt – und: Es ist überhaupt nichts “falsch” oder „verkehrt“ gelaufen!

Da beide dem gemeinsamen Projekt „Beziehung“ zugestimmt haben, betreffen die nun anstehenden bzw. möglichen Lösungsschritte ebenfalls beide (wirklich beide! 😉) .
Im Vordergrund der Heilungsarbeit stünde dann das Erkennen, Angehen und Lösen der eigenenAnteile  (die man selbst in diese Beziehung mit eingebracht hat) und auf die der Partner (sei es bewusst oder unbewusst) wahrheitsgetreu wie ein Spiegel  re-agiert.
Der heilsame Umgang mit dem eigenen “Mist” ist es, der spürbar den trennenden Abstand verringert und der automatisch zum Dung wird, damit auf einer tieferen und beständigeren Ebene Raum für Nähe, Intimität und Lust entstehen und wachsen kann.

Natürlich kann kein Partner die Genesungsarbeit des andern übernehmen, jeder ist da mit ausschließlich seinem eigenen “Päckchen” beschäftigt (oder sollte es zumindest sein!). Aber jeder, der sich auf den Weg “raus aus dem Drama” macht, wird überrascht werden von den Früchten und Ergebnissen seiner Heilungsarbeit – selbst wenn nur er daran arbeitet und nicht der Partner.

Die Königsdisziplin wäre das einfühlsame Wahrnehmen und Verständnis des anderen, der sich mit seinen Anteilen ähnlich schwer tut wie wir selbst. Und auch das wächst vollkommen automatisch mit der Zeit: der gesunde Blick auf die Bedürfnisse des Partners, die ich zunehmend ähnlich zu meinen eigenen sehe.
Aus dem anfänglichen geheimnisvollen Berührtsein ist ein Ergriffensein geworden.

Die Paarbeziehung wird damit zu einem Reifungsweg, der zum Erwachen echter Liebesfähigkeit – zu mir selbst und zum andern – führen kann.

Übrigens: Die Rose gilt seit jeher als die Blume der Liebe. Gärtner wissen, dass Rosen ohne Dornen nicht duften. Dornen scheinen also nicht nur als “notwendiges Übel” zur Rose zu gehören, sondern sind unersetzlicher Bestandteil ihres ganzen Wesens.

 

[Aus Gründen der Lesbarkeit wurde bei Personenbezeichnungen die männliche Form gewählt, es ist jedoch immer die weibliche Form mitgemeint.]

zur PAARTHERAPIE

WICHTIGE INFORMATIONEN

ALLGEMEINES ZU DEN THERAPIEN

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen leider nicht die Kosten für die homöopathische Behandlung beim Heilpraktiker. Um auf Dauer homöopathisch günstiger behandelt zu werden, empfiehlt sich ein Vergleich unter privaten Zusatzversicherungen.

Für privat versicherte Patienten, Beamte, Angestellte der Post und Bahn besteht die Möglichkeit, sich von ihrer Versicherung bzw. der Beihilfe zumindest einen Teil der Kosten für die homöopathische Behandlung erstatten zu lassen.

Für Privatversicherte werden die Erstattungen beim Heilpraktiker von Kasse zu Kasse sehr unterschiedlich gehandhabt. Das aktuell gültige Gebührenverzeichnis (GebüH) stammt aus dem Jahr 1985(!).
Aus wirtschaftlichen Gründen kann ich selbstverständlich auf dieses Verzeichnis nicht zurückgreifen. Meine Honorierung teile ich Ihnen beim telefonischen Erstgepräch gerne mit.

Statt der heute üblichen Pauschalen für die einzelnen Leistungen berücksichtige ich in meiner Honorarforderung nur die tatsächlich geleistete Zeit, gestaffelt im Fünf-Minuten-Takt, wie dies auch im Handwerk üblich ist.

Terminabsagen sind nur aus triftigen Gründen 24 Stunden vorher möglich.

In besonderen Fällen mache ich auch Hausbesuche.

Gerd M. Kniehl

Heilpraktiker in Regensburg

Meine Ausbildung zum Heilpraktiker absolvierte ich von 1981–1984 an der Hessischen Heilpraktikerschule in Hochheim am Main, einer der ersten ganztägigen Ausbildungsstätten für Heilpraktiker in Deutschland. Danach sammelte ich praktische medizinische Erfahrungen in der Altenpflege. Nach meiner amtsärztlichen Zulassung im Jahr 1985 hospitierte ich bei dem Franziskanerpater und Heilpraktiker Lambert Hertweck in Wiesbaden, dessen Praxis ich 1986 mit der Klassischen Homöopathie anschließend als selbstständiger Heilpraktiker weiterführen durfte.

 

1991 wies mich mein Freund und Kollege Herbert Spletter aus Eppstein/Taunus in sein Konzept der Körpertherapie ein, die mir zahlreiche Therapieerfolge insbesondere bei hartnäckigen Schmerzen und Rückenbeschwerden bescherte.

Seit 1998 biete ich Psychotherapie im Rahmen des Heilpraktikergesetzes (HPG) an in den Bereichen Einzel-, Paar- und Familientherapie. Besonders wertvolle Praxiserfahrungen (u.a. in der Systemischen Familienaufstellung) verdanke ich meinem Kollegen und in Freundschaft verbundenen Weggefährten Jochen Witton in Hochheim/Main.

2005 zog mich die Liebe nach Regensburg. Trotzdem hielt ich meinen Wiesbadener Patienten noch bis Anfang 2010 die Treue, bis ich mich endgültig entschloss, meinen beruflichen Schwerpunkt ganz auf meine Praxis als Heilpraktker für Klassische Homöopathie und Psychotherapie (HPG) in Regensburg zu legen.

Im gleichen Jahr fand die Begegnung mit dem 12-Schritte-Programm statt, das mein gesamtes Menschsein – weit über mein berufliches Wirken hinaus – geprägt hat und prägt.

 

Seit einigen Jahren widme ich mich außerdem vermehrt der Öffentlichkeitsarbeit und Erwachsenenbildung sowie der Flüchtlingshilfe (siehe hier). Ebenfalls war ich Mitglied im inzwischen leider aufgelösten Netz für Paare e.V.

Schließlich bin ich als Korrektor und Lektor für mehrere Herausgeber homöopathischer und buddhistischer Literatur aktiv.

Homöopathie und Psychotherapie

Blick in die “Werkstatt”

Hier finden Sie mich

Adresse für Homöopathie und Psychotherapie

Stobäusplatz 3, 93047 Regensburg – Bildquelle: Wikipedia

Einführung in mein Konzept

Werde, der du bist
Pindar

Unerlöste Kräfte zeigen sich oft scheinbar unüberwindlich im eigenen Leben und und stellen es teilweise – manchmal sogar als Ganzes – in Frage.

Erziehung, übernommene fremde Maßstäbe und systemische Verstrickungen können sich hemmend auf Lebensglück, Gesundheit, beruflichen Erfolg oder Beziehungsfähigkeit auswirken. Doch gerade sie enthalten eine Botschaft, deren Entschlüsselung das eigene Potenzial freisetzen kann.

Das Aufspüren dieser richtungsgebenden Wegweiser und deren Neu-Interpretation im Dienste der gesunden Ordnung mündet in die Fülle des Abenteuers „Leben“.

Durch meine beratende Tätigkeit als Heilpraktiker für Psychotherapie (HPG) in Regensburg versuche ich, den Suchenden und Fragenden auf seinem Weg zu begleiten, ihm beizustehen und Möglichkeiten aufzuzeigen, sein Leid und dessen Ursprung besser zu verstehen, um es dort, wo es möglich ist, zu lösen oder zumindest seinen lebensversöhnenden und -tragenden Sinn zu finden.

Grundlagen meiner Therapie

Jeder hat sein Päckchen“ sagt der Volksmund. In unsrem digitalen Zeitalter gilt es als nicht besonders chic, modern oder aufgeklärt, vom Schicksal zu sprechen. Der überall verkündete neue Glaube heißt: Alles ist machbar, alles nur eine Frage der Technik.
Ist es das?
Vieles will einfach nicht gelingen, auf wie viele Arten man sich auch darum bemüht. Was ist da eigentlich los? Gibt es vielleicht ein Geheimnis, von dem ich als Mensch auf meiner Reise durch Raum und Zeit nichts weiß? Wie kann ich überhaupt mit dieser irdischen Erfahrung umgehen, damit sich darin Erfüllung und Freude – Glück! – finden und entwickeln können?

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Was bedeutet „irdische Erfahrung“?

Die Dimension und der Schauplatz Erde beinhaltet zunächst einmal ein Erleben in Raum und Zeit. Möglich wird das durch unseren “Raumanzug”, den menschlichen Körper. Das Erleben dieser Dimension schließt Unterschiedliches, voneinander Verschiedenes mit ein: ein Hier und ein Da, ein Vorher und ein Nachher. Das sind nicht zwangsläufig Gegensätze, Widersprüche sondern auf einander bezogene Polaritäten, Qualitäten, die sich gegenseitig bedingen. Andere wären zum Beispiel hell/dunkel, Tag/Nacht, gut/böse, Täter/Opfer, Mann/Frau (auch wenn es da manchmal zu Widersprüchen und Gegensätzlichkeiten kommt ;-)).
Dazu eine fast zweieinalb Jahrtausende alte Weisheit:

Wenn auf Erden alle das Schöne als schön erkennen,
so ist dadurch schon das Häßliche gesetzt.
Wenn auf Erden alle das Gute als gut erkennen,
so ist dadurch schon das Nichtgute gesetzt.
Denn Sein und Nichtsein erzeugen einander.
Schwer und Leicht vollenden einander.
Lang und Kurz gestalten einander.
Hoch und Tief verkehren einander.
Stimme und Ton sich vermählen einander.
Vorher und Nachher folgen einander.

aus dem Tao Te King des Lao-Tse (um 400 v. Chr.)

Dazu zählt auch die erfahrbare Polarität Fördendes/Hemmendes, im Volksmund Glück und Pech genannt.
Zum Glück gehört der üblichen Ansicht nach alles „Positive“ wie Reichtum, Erfolg, Anerkennung, Gesundheit, Schönheit, das „pralle Silbertablett“ – alles Angenehme und deshalb Erstrebenswerte.
Zum Anderen, Schicksalhaften (der Volksmund nennt es das Päckchen, Jesus spricht vom Kreuz) gehört alles Leidhafte, Dunkle wie Armut, Krankheit, Schmerz, Alter, Behinderung und ähnliches. Es führt ein Schattendasein, wird negiert oder ist zumindest mit Scham besetzt. Um das Dunkle aus seiner einseitigen Bewertung herauszunehmen, wird es im Folgenden häufig auch als „Lebensaufgabe” oder “Lebensprojekt” bezeichnet.

Dennoch gilt: Erdpolarität schließt beides als gleichberechtigt ein, beide Seiten gehören dazu, eines ist ohne das andere nicht denkbar.

Ich wiederhole hier gern nochmals den Schlussgedanken meines Textes zur Paartherapie: Die Rose gilt seit jeher als die Blume der Liebe. Gärtner wissen, dass Rosen ohne Dornen nicht duften. Dornen scheinen also nicht nur als “notwendiges Übel” zur Rose zu gehören, sondern sind wesentlicher und unabdingbarer Bestandteil ihrer ganzen Erscheinung.

 

Die eigene Lebensaufgabe

Vieles, was einem im eigenen Leben “heimsucht”, ist offensichtlich unvermeidbar: der frühe Tod eines nahen Angehörigen, die Auseinandersetzung mit einer körperlichen Behinderung oder psychischen Beeinträchtigung, das Hineingeborenwerden in ein Kriegsgebiet, eine verfolgte Glaubensrichtung, abgewertete sexuelle Orientierung oder diskriminierte Hautfarbe. Auch Mangel an elterlicher Zuwendung, oder etwa die Bevorzugung von Geschwistern u.v.a. gehören hierher – alles, was als eigenes Defizit erlebt werden kann.

Leiden ist verbunden mit Behinderung und Mangel, oft auch mit Schmerzen (seelisch oder körperlich).

Beim genaueren Hinsehen auf das Leiden (auch in Hinblick auf die irdische Polarität!) hat es dennoch auch etwas Gutes, Nützliches an sich. Bei körperlichen Erkrankungen wie Schnupfen oder beim Durchfall wird schnell klar, dass es neben all dem Unangenehmen gleichzeitig um einen Reinigungs- bzw. Heilungsprozess geht. Das kann naturgemäß nicht ohne Symptome (z.B. Fieber!) ablaufen. Das Endergebnis ist ein stärkerer Organismus, der seinen Zuwachs der Überwindung einer Störung verdankt. Besonders deutlich wird das bei Kindern, die Masern, Windpocken und andere Kinderkrankheiten überwunden haben.

Selbst bei großen Schicksalen wie unheilbaren körperlichen oder psychischen Beschwerden ist Raum für diese Zunahme gegeben, etwa in Form von Geduld, Toleranz, gesunder Demut, erweiterter Sinngebung bzw. tieferem Schicksalsverständnis …

Immer wieder  kann die Frage zum stärkenden und Sinn machenden Wegbegleiter werden: Für was könnte es gut sein, was mir da passiert? Der Mensch mit seinem freien Willen darf sich selbst darauf seine eigene Antwort geben.

Auch dort, wo es bisher nicht überwunden werden konnte, findet doch zumindest durch das Durchleiden des Dunklen, Schicksalshaften – in allen seinen Facetten – Wachstum und Entwicklung statt, offensichtlich oder verborgen. (Oft erkennt man ja erst spät im Nachhinein seinen Nutzen.)

Wo einem der schmerzhafte Polaritätsanteil begegnet, kann es weiterhelfen, sich die Wahrheit (und vielleicht eine eigene vergessene Erfahrung dazu) in Erinnerung zu rufen, dass selbst („negativer“) Mist als („positiver“) Dung dienen kann. Unter diesem Blickwinkel schrumpfen übliche subjektive Bewertungen wie „gut” oder „schlecht” zu relativen und bedeutungslosen Größen.

Ein wunderbares Beispiel für diese Verwandlung ist auch die Perle: In ihrer einmaligen Kostbarkeit und hohen symbolischen Qualität ist sie reales Sinnbild für Veredelung und Steigerung. Ihre Entstehung verdankt sie ja erst der verletzten Muschel und den daraus folgenden Prozessen.

Die gute Nachricht: Bei Weitem nicht alles, wo einem das eigene Päckchen begegnet, ist unverrückbares Schicksal”. Kindheitsdefizite wie zuwenig Wahrgenommenwordensein, Mangel an Zuwendung, Nähe oder Verständnis seitens der Eltern z.B. sind zwar in ihrer Tatsache unveränderbare Vergangenheit, aber deren psychische Folgen können über den therapeutischen Heilungsprozess in ihr positives, erlöstes Pendant umgewandelt, transformiert werden. Das bedeutet, dass das zuwenig Erfahrene (oder ganz Ausgebliebene) durch vollständige Annahme als eigene Lebensaufgabe und deren schrittweise Verarbeitung durchaus, wenn die Zeit reif ist, in seiner erfüllten Form als eigener integrierter Lebensschatz erfahren werden kann.

Dazu das Gelassenheitsgebet eines Anonymen sowie ein Zitat von Theodore Roosevelt:

„Gott, gib mir
die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und
die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

***

„Es ist nicht der Kritiker, der zählt; nicht der Mann, der aufzeigt, wie der Starke gestolpert ist oder wo der, der Taten gesetzt hat, diese hätte besser machen können. Die Anerkennung gebührt dem, der tatsächlich in der Arena steht, dessen Gesicht von Staub, Schweiß und Blut gezeichnet ist; der sich tapfer bemüht; der irrt und wieder und wieder scheitert, denn es gibt keine Bemühungen ohne Irrtümer und Schwächen. Das Ansehen gebührt dem, der tatsächlich bestrebt ist die Taten auszuführen, der große Begeisterung kennt, und große Hingabe; der sich in einer wertvollen Sache hingibt; der im besten Fall den Triumph der Erfolges erfährt und im schlimmsten Fall scheitert, aber wenigstens mutig wagt. Sein Platz wird niemals bei den kalten und schwachen Seelen sein, die weder Sieg noch Niederlage kennen.”

Theodore Roosevelt, US Präsident (1858-1919)

***

Die fremde Lebensaufgabe

Nicht jede Lebensaufgabe, die sich im eigenen Leben zeigt, gehört auch zu einem selbst. Oft wird der Mensch eher und stärker von einem fremden Schicksal berührt und geprägt als von seinem eigenen: sei es, dass das Kind z.B. tief unbewusst spürt, dass die Mutter mit alten Defiziten ringt (vielleicht einem früh verstorbenen Elternteil nachtrauert) oder mitbekommt, wenn sie vom seinem Vater misshandelt, missbraucht oder verlassen wird, wenn ein Elternteil suchtkrank, körperlich oder seelisch behindert ist oder anderweitig im Leben benachteiligt wird. In seinem kindlichen, noch weitestgehend unreflektierten Bewusstsein bezieht es das alles wie magisch auf sich selbst, und in dieser scheinbaren Allmacht fühlt es sich  für das fremde Leid, das Defizit eines geliebten anderen Menschen verantwortlich. Überflüssig zu sagen, dass das Kind sich noch nicht bewusst damit auseinandersetzen kann. Dazu kommt das tiefe Gefühl emotionaler Unsicherheit und existenzieller Bedrohung. So wird der tiefe Wunsch geboren, z.B. der Mutter vielleicht ihren früh verstorbenen Vater zu ersetzen, sie vor der aggressiven Willkür des Vaters zu schützen, ihr den fehlenden Ehemann zu ersetzen oder erfolgloser zu sein als der ständig scheiternde Vater. Jedes Mittel scheint recht, die Umgebung aufzuhellen und fremde Defizite zu lösen.

Irgendwann findet sich dieses Kind im Erwachsenenleben wieder, wo ähnliche Schicksale bei Menschen oder in Situationen die gleichen alten Ohnmachts- und Hilflosigkeitsgefühle auslösen samt dem innigen Drang und Wunsch, eben diese Gefühle nicht mehr spüren zu müssen. Die Strategie im Umgang damit allerdings ist immer noch die gleiche wie damals: das Sich-verantwortlich-Fühlen für den anderen bei gleichzeitiger Vernachlässigung seiner selbst. Da werden dann vor dem alkoholsüchtigen Ehemann die Flaschen versteckt, in der irrigen Annahme (magisches Denken!), dass dieser sich dann nicht mehr selbst schädigen kann, reibt sich auf der Arbeit auf oder zerbricht sich den Kopf für andere.

Landläufig spricht man vom Helfersyndrom oder Co-Abhängigkeit. Abhängigkeit deshalb, weil das eigene Befinden von dem eines anderen abhängig gemacht wird. Bei genauerer Betrachtung verschleiert der Betroffene (wie jeder Suchtkranke unbewusst oder bewusst) sein Verhalten mit einem halbwahrheitigen Interpretation etwa des christlichen Gebots der Nächstenliebe. Das vollständige Gebot lautet ja, den anderen so zu lieben wie sich selbst, das heißt in Ebenbürtigkeit. (Um an dieser Stelle eventuell auftretende Missverständnisse zu vermeiden, ist hier nicht die Rede von liebloser Gleichgültigkeit dem Nächsten gegenüber!) Dem Wunsch, wirklich Gutes zu tun, sollten bewusste Motive zugrunde liegen: Meinem Nächsten tue ich eben nichts Gutes, wenn ich Verantwortung für ihn übernehme wie ein Elternteil für das eigene Kind. Der Co-Abhängige erzeugt durch diese Bevormundung ein ungutes und ungesundes Gefälle – und dabei vernachlässigt er gleichzeitig seine Pflicht, sich um seine eigene Lebensaufgabe zu kümmern. Luther übersetzt in dem Zusammenhang sehr deutlich: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?“ Lk 6,41

Es gehört zu den Geheimnissen des Lebens auf der Erde und ihrer Polarität, dass die (durch unbewusste Verantwortungsübernahme) angeeigneten Schicksalanteile anderer sich im eigenen Leben solange hemmend und störend wiederholen, bis sie erkannt und bearbeitet worden sind. Die Schlüsselwörter für den Umgang mit der fremden Lebensaufgabe ist deren Würdigung und Achtung.

Man sagt, die Deutschen lieben die Italiener – aber sie achten sie nicht. Die Italiener hingegen achten die Deutschen – aber sie lieben sie nicht. So gesehen, ist es mit ihrem Verhältnis untereinander nicht weit her. Achtung vor der Würde des Anderen und Liebe zu ihm gehören zusammen, das eine ist ohne das andere nicht zu haben, beide sind Seiten der gleichen Münze. So kann ich, wenn mir ein Rollstuhlfahrer über den Weg fährt, (überheblich) von ihm denken: „So ein armer Mensch“ oder ihn in der Bewältigung eines großen Schicksals sehen – im ersten Fall wird er sich diskriminiert fühlen, im zweiten geachtet und gewürdigt – wahrhaft geliebt.

Es geschieht somit vollkommen zu Recht, wenn ich am eigenen Projekt, die Lebensaufgabe eines Nächsten lösen zu wollen, scheitere. Das Scheitern selbst geschieht im Dienst meiner eigenen Genesung.

Im Grimm´schen Märchen Der Gevatter Tod” [Link] wird die Thematik bildhaft anschaulich gemacht.

 

Zum Heilungsbegriff

Laut dem Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache (Duden, 1989) ist das Wort „heil“ (im Sinne von „gesund“, „unversehrt“) vermutlich aus dem kultischen Bereich in die Profanspache gedrungen, vermutet wird eine starke Verwandtschaft mit dem Wort „heilig“ im Sinne von „heil“, „ganz“, „vollständig“.

(Irdische) Gesundung, Genesung, Heilung ist damit in die enge Nachbarschaft gerückt mit einem Hineinwachsen aus der rein irdischen Begrenzung und Bedingtheit heraus in ein Größeres, weit über das Persönliche hinaus Umfassendes.

Wäre das dann nicht etwas heilsamer Trost oder sogar ebenbürtiger Wertmaßstab zu äußerlichen (unerfüllt) gebliebenen Ansprüchen, Leitsternen und Idealen wie Erfolg, Schönheit, Jugend, Reichtum und anderen? Und vielleicht könnte daraus sogar die Kraft und der Mut kommen um mit Rilke einzustimmen:

Erde, du liebe, ich will.

9. Duineser Elegie, Rainer Maria Rilke (1875-1926)

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